Die häufigste Schadensursache ist der Einbau
Eine richtig ausgelegte Dichtung hält lange — wenn sie unbeschädigt in die Bohrung kommt und die Dichtlippe beim Aufziehen nicht umklappt. Die folgenden Punkte stammen aus unseren Montagehinweisen.
Die Montage einmal von vorn bis hinten
Der Ablauf für SOA und DOA, aufgenommen in unserer Fertigung. Ohne Ton — die Handgriffe sprechen für sich.
Montage einer VR-Dichtung
Der vollständige Montageablauf für die Bauformen SOA und DOA, aufgenommen in unserer Fertigung. Das Video hat keine Tonspur.
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Was das Video zeigt
- Welches Werkzeug vor dem ersten Handgriff bereitliegen muss.
- Wie der Einpressdorn angesetzt wird — und wo die Kraft gerade nicht hingehört.
- Wie die Dichtlippe über Nut und Kante geführt wird, ohne umzuklappen.
- Woran man nach dem Einpressen erkennt, dass der Ring plan sitzt.
Die Einzelheiten mit Massen und Toleranzen stehen weiter unten auf dieser Seite. Das Video ersetzt sie nicht — es zeigt den Bewegungsablauf, den eine Zeichnung schlecht abbildet.
Bevor die Dichtung angefasst wird
Vor der Montage
- Lage der Dichtlippe zum abzudichtenden Medium und die Einbaurichtung prüfen — siehe Zeichnung der Bauarten.
- Gehäusebohrung auf Sauberkeit prüfen.
- Welle reinigen und leicht mit Mineralöl ölen.
- Aussenseite der Dichtung mit Isopropanol besprühen, 70-prozentige Lösung.
- Gehäuse und Welle 1 bis 2 mm unter 30° abschrägen — gratfrei.
- Scharfe Kanten und Ecken abdecken, Nuten zum Beispiel mit Klebeband überkleben.
- Bei Doppellippendichtungen die Fettkammer füllen — dazu unten mehr.
Sechs Dinge, die nicht sein dürfen
- Scharfe Kanten am Werkzeug oder am Werkstück
- Schmutz
- Metallspäne
- Reste von Formsand
- Verunreinigtes Montagefett oder -öl
- Unabgedeckte Rillen und Nuten
Jeder dieser Punkte hinterlässt eine Kerbe in der Dichtlippe. Sichtbar wird sie oft erst Wochen später als Leckage — und dann sieht es aus wie ein Produktfehler.
Die Kraft gehört an den Aussenmantel
- Für die Montage parallel zur Achse einen Einpressdorn auf einer Einpressvorrichtung verwenden. Muss die Dichtung tief im Gehäuse sitzen, ist der Dorn Pflicht.
- Die Dichtung am Aussenmantel gerade und ohne Verkanten in die Gehäusebohrung drücken — mit einem Dorn von etwa D2 − 0,5 mm oder einer Scheibe.
- Hat die Gehäusebohrung keine oder nur eine geringe Kantenabschrägung, setzen Sie einen konisch zulaufenden Zentrierring an die Bohrung — von D2 + 0,5 mm auf D2 H8 zulaufend — und pressen den Dichtring durch ihn hindurch ein.
- Einbautiefen t1 und t2 einhalten, damit der Ring plan sitzt.
- Niemals Druck auf die Innenseite und damit auf die Dichtlippe ausüben.
- Nicht mit dem Hammer auf den Dichtring schlagen.
Die Gehäusebohrung braucht eine Einführfase von mindestens 15°, sonst wird der Dichtring nicht vorgeführt und die Membran kann abscheren. Die Masse stehen in den Konstruktionsrichtlinien.
Brauchen Sie eine Montagevorrichtung? Sprechen Sie uns an — wir bauen sie passend zu Ihrer Dichtstelle.
Aufziehen ohne die Lippe umzuklappen
Welle durch die Dichtung führen
- Die Welle mit einer leichten Drehbewegung durch die Dichtung führen.
- Der Hilfskonus oder die Montagehülse muss zur Bauform passen: Aussendurchmesser D + 1,0 mm beim D3-Mass, D + 0,5 mm beim D4-Mass.
- Sind die Dichtlippen entgegen der Einbaurichtung positioniert, dürfen sie nicht umklappen oder zwischen Welle und Metallring eingeklemmt werden. Im Zweifel die Welle mit leichter Drehbewegung zurückdrücken, damit die Lippen zurückfedern, und erst dann weiterschieben.
- Nach dem Durchführen prüfen, ob die Welle durch Kontakt mit den metallischen Stützkörpern beschädigt wurde.
Wenn die Welle schon montiert ist
- Die Dichtung mit einer leichten Drehbewegung über die Welle schieben.
- Darauf achten, dass die Stützkörper weder Welle noch Lauffläche beschädigen.
- Ist die Dichtung bis an die Gehäusebohrung geschoben, mit einem Druckring auf den Rand drücken und einpressen.
Nach dem Zusammenbau: Die Welle muss sich leichtgängig drehen lassen. Prüfen Sie das in beide Richtungen. Schräg eingebaute Dichtungen haben keine Dichtfunktion.
Der Montageprozess in sechs Schritten
- Vorbereiten. Fettkammer zu etwa zwei Dritteln füllen, Lippenposition prüfen, Gehäusebohrung auf Sauberkeit prüfen, Welle reinigen und leicht mit Mineralöl ölen, Aussenseite der Dichtung mit Isopropanol besprühen.
- Hilfskonus. Falls erforderlich, den Hilfskonus über den Wellenzapfen setzen.
- Aufschieben. Die Dichtung auf die Welle schieben und dabei leicht drehen.
- Sitz prüfen. Die Dichtlippe auf sauberen Sitz kontrollieren.
- Einpressen. Die Dichtung mit geeigneten Hilfsmitteln parallel zur Achse in die Gehäusebohrung drücken.
- Kontrollieren. Die Welle in beide Richtungen drehen. Sie muss leichtgängig laufen.
Fett und Fettkammer
Gegen Fett sind die Bedingungen zur Abfuhr der Reibungswärme ungünstiger als gegen flüssige Medien.
- Bei Fettschmierung die Umfangsgeschwindigkeit um etwa 50 % einschränken. Wird der Wert überschritten, ist die Umstellung auf Ölschmierung zu prüfen.
- Bei fettgeschmierten, langsam laufenden Wellen empfehlen die Lagerhersteller eine möglichst vollständige Füllung des Raumes.
- Bei schlecht schmierenden Medien wie Wasser oder Waschlauge braucht die Dichtlippe eine eigene Schmiermittelmenge — hier empfehlen wir VR-Zweilippendichtungen mit gefüllter Fettkammer.
- Auf chemische Verträglichkeit von Fett und Elastomer achten.
| Artikel | Bezeichnung | Einsatz |
|---|---|---|
| 89801 | LM AL 200-2, NLGI 2 | Lebensmittelanwendungen, NSF/H1-Zulassung |
| 89802 | Li 200/2 EP, NLGI 2 | NBR (-1) und HNBR (-C5) |
| 89803 | Syn HT 100-2, NLGI 2 | Hochleistungsfett für HNBR (-C5) im Grenzbereich und FKM (-2, -C2) |
Die Fette sind in allen handelsüblichen Verpackungen erhältlich.
Bis zum Einbau
Elastomere altern auch ohne Betrieb. Sichtbar wird das durch Rissbildung und eine klebrig werdende Oberfläche, messbar durch Verhärtung oder Erweichung und den Rückgang der elastischen Eigenschaften.
Der Lagerraum muss kühl, trocken, sauber und belüftet sein. Als Richtwerte gelten etwa 15 °C und rund 65 % Luftfeuchtigkeit.
- Kühl, trocken und staubfrei lagern
- Vor direkter Sonneneinstrahlung und UV-Licht schützen
- Keine ozonerzeugenden Elektrogeräte im Lagerraum — auch keine Drucker
- Keine Lösungsmittel oder ausgasenden Substanzen im selben Raum
- Nicht unter Zug, Druck oder Verformung lagern
- In der Originalverpackung belassen
Ihre Dichtstelle ist nicht Standard?
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